Ein Fest des Lebens gefeiert

Besinnungswoche und andere beliebte, gut besuchte Anlässe mussten wegen Corona abgesagt werden. Dies machte viele Menschen mit Behinderungen traurig. Wie reagierte das Team der Behindertenseelsorge? Es lud am vergangenen Samstag ein zum «Fest des Lebens».
Ein Fest des Lebens gefeiert

Bild Ein High five auf das Fest des Lebens!

«Weil wir coronabedingt die beliebte Besinnungswoche und andere gut besuchte Anlässe absagen mussten, wollten wir ein Zeichen setzen nach dem Motto: Das Leben geht jetzt weiter! Aufgrund der Situation haben wir dann mit etwa 40 Gästen gerechnet, am Schluss sind über 70 gekommen.» erzählt Anna Wörsdörfer von der Behindertenseelsorge am Tag nach dem Fest begeistert.

Ideale Voraussetzungen für ein solches Fest fanden die Verantwortlichen im Werkheim Uster. Hier waren geeignete Räume und die Technik vorhanden, die es für den Anlass brauchte und eine hervorragende Gastronomie wusste zu verwöhnen. Als praktisch erwies es sich auch, dass schon einige der Gäste dort wohnen und sich auskennen.

Alle sind zum Fest eingeladen

Zum Fest geladen waren alle Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen: gehörlose und sehbehinderte Menschen, Menschen mit Lernschwierigkeiten und Körperbehinderungen (8 mit Rollstühlen) sowie freiwillige Assistenzen, das ganze Team sowie Experten, die mit dem Team der Behindertenseelsorge das ganze Jahr über für die Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderung sensibilisieren. Für Anna Wörsdörfer war dies auch eine spezielle Erfahrung: «In so einem grossen Rahmen haben wir erstmals zusammengearbeitet.»

Mimenchor und Mundart-Pop-Songs

Eröffnet haben das Fest gehörlose Menschen mit dem Mimenchor Zürich. Im spirituellen Impuls stand das Evangelium vom Fest, zu dem alle eingeladen sind im Mittelpunkt. Musikalisch wurde er von von einem blinden Pianisten mitgestaltet. Am Nachmittag sorgte die Band «Finn’s Finale» mit Schweizer Mundart-Pop-Songs für wunderbare Stimmung und berührende Momente.

Pantomime zu Corona

Durchsichtige Masken und andere Herausforderungen

Für Anna Wörsdörfer und die Verantwortlichen war es eine grosse Herausforderung, den geladenen Gästen gerecht zu werden.

«Da waren gehörlose Menschen, die von den Lippen lesen. Um sie zu integrieren, mussten wir durchsichtige Masken organisieren. Für blinde Menschen galt es, die Pantomime zu übersetzen, für schwerhörige Menschen mit Hörgerät brauchte es eine Induktionsanlage. Damit die Gäste ganz direkt zum Fest kommen konnten, waren nebst komplizierten Absprachen auch viele Tixi-Taxis für den Transport nötig.»

Viele Helfer ermöglichten das Fest

Für das Fest im Werkheim war ein besonders ausgefeiltes und aufwändiges Schutzkonzept notwendig. Engagierte Assistenzen und zahlreiche Pflegekräfte haben den Anlass erst ermöglicht, sie haben die Gäste in alltäglichen Verrichtungen, beim Essen und Trinken unterstützt.

Dankbare und freudige Rückmeldungen

Erste Rückmeldungen sind bereits eingetroffen, per Mail und SMS, sie zeigen, dass dieses Fest als etwas ganz Besonderes wahrgenommen wurde und Freude gemacht hat.

«Das Teilen von Schicksalen macht auch Mut»

freut sich Anna Wörsdörfer und strahlt: «Darum planen wir als Behindertenseelsorge für nächstes Jahr wieder ein solches Fest des Lebens.»

Die Galerie mit Fotos von Linda Pollari vermittelt einen lebendigen Eindruck in das fröhliche und ermutigende «Fest des Lebens». Alle abgebildeten Personen sind mit der Veröffentlichung der Fotos einverstanden.

Arnold Landtwing, Informationsbeauftragter des Generalvikariates für die Kantone Zürich und Glarus.

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