Impressionen vom Mobbing-Nachmittag 6. September 2014

8 Teilnehmende hatten trotz schönstem Wetter und Freizeit sich dem Thema Mobbing verschrieben. Um uns einzustimmen, fragten wir uns, was denn Mobbing für uns je selber bedeutet? Wie erleben wir das?

 

Auf dem Bild sprechen farbig gemalten Worte von unseren Erfahrungen wie: „föppelä“, ausgrenzen, wie Luft behandeln werden, sozial isolieren, ärgern….

Spielerisch machen wir uns an Mobbingsituationen, die wir selber erfahren oder beobachtet haben. Jeder Gemobbte darf sich einen Schutzengel wählen, der ihm hilft und stärkt. Der Rest der Gruppe mobbt. Jedes von uns erlebt sich mal als Mobber oder Gemobbten.

Erstaunlich, das gibt es auch. Wir können uns gemobbt fühlen, wenn der Mobber es gar nicht weiss. Er hat sich nur ungeschickt bewegt oder etwas schnell gesagt im eigenen Stress oder er hatte selber einen schlechten Tag und schon fühle ich mich angegriffen, ungut behandelt. Obendrein bin ich selber so sensibel heute.  Lese ich im Tagebuch nach einem Monat den Vorgang nach, kann ich es nicht glauben, dass mich das damals so aufgeregt hat.

Im Austausch und Miteinander lernen wir  in diesem Spiel voneinander und gucken einander neue Verhaltensmöglichkeiten ab. Jeder hat seine Strategie je nach Charakter. Der Schüchterne will ja nicht auffallen, zieht sich zurück, der Draufgängertyp bietet die Stirn, verbal oder brachial.

Ein Appetithäppchen zu einem sanften Mobbing: Sagt ein Bursche  zu einem Mädchen: „Du bist ja gar nicht von deinen Eltern, du bist ja nur adoptiert.“ Antwort des Mädchens mit in die Hüfte gestemmten Arme und frechem Blick: „Mich konnten sie wenigstens aussuchen, dich mussten sie nehmen, wie du warst!“

Schnell flog die Zeit vorbei und einige fühlten sich verstanden und erleichtert nach dieser Runde, froh, sich aussprechen zu können. Das Mobbing hat seine fixierende Kraft etwas verloren. Es gibt  Hoffnung und Zuversicht.

8.9.2014 Elisabeth Gimpert