Treffen mit der Gruppe Mitsprache

Die Gruppe ja-SL traf sich am 31. März mit der Gruppe Mitsprache in Zürich.

Die Mitglieder der Gruppe „Mitsprache“ nennen sich nicht intellektuell behindert oder lernbehindert, sondern „anders Begabte“. Das hat mich sofort angesprochen. Die Gruppe besteht seit 10 Jahren. Sie diskutieren über Selbstbestimmung bei der Arbeit und beim Wohnen und setzen sich ein, dass es in der Schweiz überall Selbstbestimmungs-Gruppen gibt, um Ihre Anliegen einst den Bundesräten vorzutragen. Mehr Info auf www.gruppe-mitsprache.ch

Wir besuchten die Gruppe im kleinen Kreis am Nachmittag. Abends wurden wir zusammen mit ihnen und weiteren Gruppen wie www.selbstbestimmung.ch eingeladen von der Gruppe „Mensch zuerst“. Sie hat sich zur Aufgabe gestellt hat, verschiedene ähnliche Gruppen zu vernetzten.

Daniel (Namen sind alle geändert) erzählte energisch, dass er es gar nicht mag, wenn ihm gesagt wird, dass er diese Kleider anziehen solle und sie nicht selber auswählen kann, begreiflich. Der schauspielerisch begabte Kurt meint: „Anders sein verbinde“. Und ich schmunzle, ja, was ist denn überhaupt „normal“? Evelyne sagt: „Inklusion ist interessant und gesund. Mischwald gedeiht besser. Ein erstaunlich guter Vergleich!“

Wenn andere kommen, dann entwickelt sich Neues. Auch das ist ein erstaunliches Votum. Mensch zuerst oder People First wollen zuerst als Menschen gesehen werden und nicht als Lernbehinderte. Wichtig ist, dass nicht alle ihr eigenes Süppchen kochen. Wir müssen lästig werden. Es erinnert mich an das Wort Störenfried, das wir brauchen: stören, bis Friede da ist.

Die Kommunikationsassistenten der Anders Begabten erlebten wir als äussert neutral. Sie gaben die Impulse als Fragen sehr einfühlsam weiter ohne Beeinflussung.

So ist die Zeit des gegenseitigen Kontaktes schnell vorbei und wir wollen gegenseitig, dass wir uns wieder sehen.

Elisabeth Gimpert