Ja-SL und der christliche Glaube

1. Der Segen der Behinderung oder für eine Kultur der Achtsamkeit

 

Vom christlichen Menschenbild her besitzt jeder Mensch einen absoluten Wert und ist von unserem Schöpfer gewollt. Diese Botschaft ist Grund zu einer großen Hoffnung, die unseren Glauben mitträgt. wir wissen uns vom Glauben her ermutigt, auch unüberwindbare Krankheiten, Behinderungen, ja selbst den Tod als Teil unseres menschlichen Lebens zu begreifen. Diese Botschaft gibt auch die Kraft, gegen die Vorstellungen von perfekten Menschen anzugehen. wir brauchen eine Kultur der Achtsamkeit im Zusammenleben der Menschen.

  • Ein wichtiges Anliegen ist in diesem Zusammenhang, Menschen mit Behinderungen mehr Zugang und Beteiligung am gesellschaftlichen, aber auch am kirchlichen Leben zu ermöglichen.
  • Sie sind in ihrem Lebenszeugnis auch eine Stärke für jede Gemeinschaft.

 

2. Sinn des behinderten Lebens für die Gesellschaft

oder: was die Gesellschaft durch unser Leben lernen könnte.

 

Christen glauben, dass Gott den Wert und die Sinnhaftigkeit eines jeden menschlichen Lebens garantiert. Welchen Sinn und Wert das Leben hat, kann sich der Mensch letztlich nur von Gott sagen lassen.

 

Mit Behinderungen sein Leben zu führen, hat eine eigene Sinnhaftigkeit.

Nichtbehinderte Menschen erkennen, dass es möglich ist, sinnvoll zu leben – bei allem Anderssein.

Fest-gefahrene und verengte Bilder von dem, was geglücktes, wahrhaft gelingendes Leben ist, werden aufgebrochen.

Sie entdecken am Anderen neue Möglichkeiten, mit den Begrenztheiten auch des eigenen Lebens sinnvoll umzugehen.

Sie lernen einen respektvollen Umgang mit Verschiedenheiten, ohne immer wieder die alten Muster von besser oder schlechter zu bemühen.

Sie lernen, Ängste vor dem Unbekannten und Befremdlichen abzubauen.

Sie lernen eine Menschlichkeit, die für vieles Platz hat

3. Jesus: Repräsentant des zärtlichen Gottes

 

  • Jesus begegnet den Menschen leiblich auf Augenhöhe und spricht in ihrer Sprache.
  • Jesus holt Menschen aus der Exklusion und Separation und stellt sie in die Mitte.
  • Jesus behandelt sie als Menschen in Würde (Subjektwerdung).
  • Jesus steht zu ihnen und löst damit Wert- und Normkonflikte aus.
  • Jesus heilt, ohne jemandem Gewalt anzutun
  • Jesus wird parteilich, lässt sich nicht von aussen bestimmen.
  • Jesus begegnet in herrschaftsfreier Kommunikation. Er schenkt immer „mehr Leben“.