Weiterbildung vom 14. März 2014

zum Thema „Der psychisch kranke Mensch“

 

22 Beauftragte für Behindertenfragen in den Kirchgemeinden trafen sich an diesem Nachmittag zu einem sehr interessanten und lehrreichen Vortrag. Die katholische Behindertenseelsorge Kanton Zürich hatte dazu ins C 66 am Hirschengraben eingeladen.

Der Nachmittag wurde durch drei verschiedene Referentinnen gestaltet.

Frau Dr. med. Anke Berg, leitende Ärztin für Erwachsenenpsychiatrie im Zürcher Unterland, Winterthur, ist Fachärztin unter anderem in zwei psychiatrischen Akutstationen am Standort Hard in Embrach und auch in Bülach, eine Versorgungsregion mit 400 000 Einwohnern.

32,1 % der erwachsenen Bevölkerung zwischen 18 und 65 erfüllen im Laufe von eines Jahres die Kriterien einer psychischen Erkrankung.

Es sind dies Angststörungen, somatoforme Störungen, depressive Verstimmungen, Alkoholabhängigkeit und eine steigende Zahl psychischer Erkrankungen älterer Menschen.

Sehr spannend versuchte Frau Dr. Berg uns die verschiedenen Problematiken zu erläutern, Anfangsstadien aufzuzeigen, wie Probleme bei der Arbeit, sozialer Rückzug usw. Wichtig sind, gutes Zuhören, Ängste ansprechen und wenn nötig dazu ermutigen professionelle Hilfe aufzusuchen. Und ganz wichtig: Äusserungen von Suizidgedanken immer ernst nehmen und wachsam im Auge zu behalten.

 

Frau Franca W. teilte ihr Referat in zwei Teile auf:

 

a) Projekt Trialog Winterthur

 

Frau Weibel stellt uns das Schulprojekt vom Verein Trialog Winterthur vor, wofür sie sich sehr einsetzt und mithilft. Es gilt Schüler zu sensibilisieren, wenn eines ihrer Klassenkameraden durch seltsames Verhalten auffällt,  sich z.B. zurückzieht oder auch immer wieder gehänselt wird und sich nicht wehren kann.

 

Die Mitarbeiter gehen auch in die Schulklassen und klären über psychische Krankheiten auf. „Gespräche mit Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen ermöglichen den Abbau von Vorurteilen und Ängsten und fördern das Bewusstsein für die eigene Gesundheit.“ www.schulprojekt.trialog-winterthur.ch

b) Frau Franca W. ist Mutter einer schizophrenen Tochter und schildert sehr eindrücklich, wie sie alles erlebte, welchen Ängsten und Sorgen sie ausgesetzt war. Sie, als Mutter, zeigte ein sehr grosses Verständnis für ihre Tochter, spürte aber auch genau, dass die Wahrnehmung der Tochter mit der Realität nicht übereinstimmte und zu vereinen war.

Kurzum: Heute lebt ihre Tochter selbstständig in einer Wohnung und erhält die nötigen Hilfeleistungen, um ihr Leben zu gestalten.

 

Frau Helene B schliesst den interessanten Nachmittag mit ihrer persönlichen Lebensgeschichte ab. Sie leidet seit Geburt am Borderline-Syndrom, einer Persönlichkeitsstörung. Auf eindrückliche Weise schilderte sie ihr Leben von Kind her bis zum heutigen Tag, all die Höhen und Tiefen, Ängste, die Rückschläge, aber auch ihre Hoffnungen. Alle Zuhörer waren sehr berührt, wie offen und ehrlich sie ihre Lebenssituationen schilderte und auch immer wieder meistert.

 

Es war eine Tagung, die bei den Zuhörern auf sehr grosses Interesse stiess.

26. März 2014 Marianne F.