Weiterbildung vom März 2016

Die Weiterbildung im März 2016 stand unter dem Thema "Begegnung ermöglichen".
Weiterbildung vom März 2016

Die Inklusionsbeauftragten sind ganz bei der Sache

Im Pfarreisaal St. Anton in Zürich treffen sich am 11. März 2016 etwa 25 Inklusionsbeauftragte und Interessierte zur Weiterbildung. Inklusion, ein uns bekanntes Thema beschäftigt uns auch dieses Mal. Sonja Helmer-Wallimann, Ansprechpartnerin der Inklusionsbeauftragten konnte Rolf Steiger, Supervisor und Bildungs- und Praxisberater, für diesen Nachmittag organisieren.

1. Kommunikation

Herr Steiger erklärt uns zuerst das Sender- Empfänger – Modell, zwar ein technischer Begriff, aber enorm wichtig am Anfang jedes Gespräches. Es ist wichtig, dass ein Satz vom Sender richtig codiert und gesendet wird, um später beim Empfänger richtig anzukommen und decodiert, das heisst, verstanden wird. Je nach Nachricht finden wir im Satz einen Sachinhalt, einen Appell, eine Beziehungsaussage oder auch eine Selbstoffenbarung. – Einfacher gesagt, es ist massgebend, wie etwas gesagt wird. Herr Steiger erklärt uns ganz gezielt, die verschiedenen Nuancen einer guten Kommunikation.

Rolf Steiger begleitet durch den Nachmittag

Rolf Steiger begleitet durch den Nachmittag 

2. Räume und Grenzen

Wenn wir Beratungsgespräche oder ev. auch Inklusionsgespräche führen, ist es wichtig, dass wir uns Selbst gut kennen (Gefühle, Bilder, Erfahrungen, Ansichten). Wir müssen zu unserem Inneren, wie eine Türe zum eigenen Garten finden. So hat aber auch unser Gegenüber einen Garten. Sehr wichtig ist, die Grenzen des fremden Gartens zu respektieren und nicht ungefragt in fremden Gärten zu gärtnern. Achtsam können wir auf Aussenräume unseres Gegenüber treten, spüren, wie weit er uns in sein Reich lässt, und ev. mit ihm dort Erfahrungen und Gefühle austauschen. -  Herr Steiger weist auf den Vergleich einer Zwiebel hin. In diesen Topf wird ein Samen gelegt. Der Samen entwickelt sich selbständig, wir können in achtsam begiessen, pflegen, vielleicht hie und da von aussen mit Freude auch bestaunen,  aber die Zwiebel entwickelt sich selbständig, und wir haben nur bedingt Einfluss. Wir können die Zwiebel nicht zum Wachsen zwingen, ebenso wenig wie den Menschen. Und das ist gut so.

3. Führungsstile

Manager = delegiert: „Ich sage dir, was Du wofür zur Verfügung hast“

(laissez fair) organisiert, verwaltet, materielle und menschliche Ressourcen

Capitain = lenkt: „Ich sage dir, was Du wie zu machen hast“

(diktatorisch) Gibt vor, was gemacht werden soll, klare Zielvorgabe und Leistungsorientierung

Trainer = leitet an: „Ich sage dir, was Du wie einsetzen kannst“

(kooperativ) Teilnehmend, fordernd, fördernd, motiviert um Leistung und Zufriedenheit zu erreichen    

Coach = unterstützend:„Ich sage Dir, wie wertvoll du bist“

(karitativ) löst Probleme und Aufgaben durch gezielte Fragen. Menschen sind im Vordergrund.

Anschliessend werden wir zu einer Gruppenarbeit aufgefordert. Inklusion ist doch ein sehr breit angelegtes Thema. Vielen Fragen bleiben, wie z.B. wie finden wir Menschen mit Behinderung, die aktiv und gerne auch an religiösen Veranstaltungen teilnehmen, wie bauen wir Hemmungen ab bei Betroffenen, aber auch in der Gesellschaft. Können wir da auch Freiwillige einbeziehen, usw.

  Bei der Gruppenarbeit wird rege diskutiert.

 Bei der Gruppenarbeit wird rege diskutiert.

Stefan Arnold, Leiter der Behindertenseelsorge legt ein Blatt „Vorbemerkungen“ auf, mit vielen Fragen, mit Tipps, wie z.B. “Stimmt, ein Augenblinzeln ist auch eine Kommunikation“ oder  „wenn ich jemandem die Hand hinhalte, sage ich damit: Ich bin für Dich da“. Das Gegenüber ernst zu nehmen und zu akzeptieren, ist ebenfalls sehr wichtig.

 

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Stefan Arnold zeigt Hilfsmittel in der Kommunikation auf.

Bei einem leckeren Imbiss tauschen sich die Teilnehmenden untereinander aus.

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Katharina Bloom verwöhnt die Teilnehmenden in der Pause mit einer Massage.

Vielen Dank an die Behindertenseelsorge. Ich habe einen lehrreichen, lockeren Nachmittag in guter Stimmung erleben dürfen. Ich denke, dieses Thema wir uns immer wieder beschäftigen.

14. März 2016  M. Federer