Weiterbildung der Beauftragten für Behindertenfragen vom 27. Mai 2014

zum Thema „Menschenbild - Behinderung“

Etwa 25 – 30 Personen, Freiwillige der Behindertenseelsorge, Mitglieder des Seelsorgerates, Pfarreiräte, alle vom Kanton Zürich, trafen sich an diesen Abend in der Behindertenseelsorge an der Beckenhofstrasse 16 in Zürich.

Die Referentin, Simea Schwab, Theologin und Erwachsenenbildnerin und Autorin begrüsste uns alle ganz herzlich. Frau Schwab ist 1970 ohne Arme zur Welt gekommen, hat dann aber die Regelschule besucht und absolvierte später eine kaufmännische Lehre in einer Institution für Schwerbehinderte.

Anschliessend zog es sie nach England, zunächst für einen Sprachaufenthalt und so ergab es sich dann, dass sie dort ein Theologiestudium absolvieren konnte.

Sie arbeitet als freischaffende Theologin und spricht in Vorlesungen als betroffene, behinderte Frau „das biblische, christliche Menschenbild“ an.

Eindrücklich ist, wie sie ihre Füsse zu Händen umgeformt hat, mit ihnen schreibt, trinkt, das Essen einnimmt, aber teilweise sich auch noch auf den Füssen bewegt. Für mich sehr eindrücklich, wie sie ihren elektrisch hochgestellten Rollstuhl zum Zimmer hinaus chauffierte und als sehr gut gekleidete, aufgestellte junge Frau durch den ganzen Abend führte.

Wichtig für sie sind:

  • Der familiäre Hintergrund, das Eingebettet sein (oder auch nicht) in ein gutes Umfeld, Sie erläutert hier einige Beispiele und spornt uns immer wieder an, auch über uns selber ein Bild zu machen.
  •  Unsere Gesellschaft prägt uns ebenfalls sehr. Wir leben im Moment in einer sehr hektischen Zeit. Nur Schönheit, Gesundheit, Leistungsfähigkeit zählt fast bis zur Vergötterung. Wie können wir innehalten, uns besinnen und ein humaneres Menschenbild aufbauen? Lebensraum für den anderen, vielleicht den Schwächeren zu schaffen?
  •  Was bringt uns da der Glaube, die Religion? Sprechen wir von einem strafenden Gott oder gibt es auch einen liebenden Gott?
  • Wertschätzung ist angefragt, dass jeder Mensch sich selber sein kann.

 

All diese Punkte wurden natürlich viel präziser vorgetragen und mit Beispielen untermalt.  Anschliessend arbeiteten wir in Einzelarbeit weiter. Jeder Teilnehmer suchte sich in einer Fotosammlung sein Lieblingsbild aus. Zugleich wurde uns ein Arbeitsblatt mit dem Titel “Was prägt mein persönliches Menschenbild?“ mit einigen Fragen verteilt. Jeder einzelne Teilnehmer vertiefte sich dann ca. 10 Minuten in ein ganz persönliches Studium.

Am Schluss erzählte uns Simea Schwab noch von ihrer pädagogischen, aber auch seelsorgerlichen Arbeit mit einer sehr schwerbehinderten Frau und auch von der  Unterstützung eines jungen Mannes mit schwerem Autismus.

Und so erlebten alle Teilnehmer ein Referat, das sehr berührte. Simea Schwab, als liebenswerte, aufgestellte, noch junge Frau, begegnete mir und sicherlich nicht nur mir, als grosses Vorbild.

28.Mai 2014 Marianne.Federer

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